LANDesk Inventory Manager   
LANDesk Inventory Manager ist eine Version der LANDesk Management Suite, die nur die folgenden inventarbezogenen Funktionen enthält:

Inventarisierung
LANDesk verwendet einen Inventarscanner, um Geräte zur Core-Datenbank hinzuzufügen und Informationen zur Hardware und Software des Geräts zu sammeln. Sie können Inventardaten anzeigen, drucken und exportieren. Sie können mit dem Inventarscanner zudem Abfragen definieren, Server zu Gruppen zusammenfassen und benutzerdefinierte Berichte generieren.
Der Inventarscanner erfasst Hard- und Softwaredaten und fügt sie in die Core-Datenbank ein. Der Inventarscanner wird beim erstmaligen Konfigurieren des Geräts automatisch ausgeführt. Ein Gerät gilt als verwaltet, sobald es einen Inventarscan an die Core-Datenbank sendet. Die ausführbare Scannerdatei heißt LDISCN32.EXE und unterstützt Macintosh-, Linux- und Windows 95/98/NT/2000/2003/XP-Geräte.
Es gibt zwei verschiedene Inventarscans:
  • Hardwarescan: Hardwarescans inventarisieren Hardware auf verwalteten Geräten. Hardwarescans werden schnell ausgeführt. Sie können das Intervall für den Hardwarescan in einer Agentenkonfiguration festlegen und auf verwalteten Geräten bereitstellen. Standardmäßig werden Hardwarescans bei jedem Gerätestart ausgeführt.
  • Softwarescan: Softwarescans inventarisieren Software auf verwalteten Geräten. Diese Scans benötigen mehr Zeit für die Ausführung als Hardwarescans. Softwarescans können mehrere Minuten beanspruchen, je nachdem, wie viele Dateien sich auf dem verwalteten Gerät befinden. Standardmäßig wird der Softwarescan nur einmal am Tag ausgeführt, ganz gleich, wie oft der Inventarscanner auf dem Gerät ausgeführt wird. Sie können ein Gerät auch individuell scannen.
Für die Softwareinventarisierung stellt LANDesk eine umfangreiche Liste zugeordneter Software zur Verfügung, es kann aber auch selbstgeschriebene Software inventarisiert werden.
Sie können Inventardaten anzeigen lassen und wie folgt verwenden:
  • Die Spalten der Netzwerkansicht anpassen, um bestimmte Inventarattribute anzuzeigen
  • Die Core-Datenbank nach Geräten mit bestimmten Inventarattributen durchsuchen
  • Geräte gruppieren, um Verwaltungstasks wie die Softwareverteilung zu beschleunigen
  • Spezielle Berichte basierend auf Inventarattributen generieren
Mithilfe der Inventarscans können Sie auch Hardware- und Softwareänderungen auf Geräten verfolgen und beim Auftreten solcher Ereignisse Warnungen generieren und Einträge in die Protokolldatei schreiben lassen.
Abstandsscannen (Delta-Scan)
Nach dem ersten vollständigen Scan auf einem Gerät erfasst der Inventarscanner nur Delta-Änderungen und sendet diese an die Core-Datenbank. Indem nur geänderte Daten gesendet werden, werden Netzwerkverkehr und Datenverarbeitungszeit minimiert.
Inventarscans sind verschlüsselt (nur TCP/IP-Scans).
Verwenden eines Off-Core-Inventarservers
Für die Verarbeitung der Inventarscans verwalteter Geräte ist normalerweise der Core Server zuständig. Wenn Sie befürchten, dass die durch die Scanverarbeitung verursachte Belastung für Ihren Core Server zu hoch sein könnte, können Sie einen Off-Core-Inventarserver installieren. Der Off-Core-Inventarserver enthält eine spezielle Version des LANDesk Inventory Server-Dienstes. Dieser Dienst akzeptiert Inventarscans und schreibt Scandaten in die Datenbank. Wenn der Inventarscanner auf einem Windows-basierten Gerät einen Ping an den Core Server übermittelt, antwortet der Core Server, indem er den Scanner auffordert, seine Scandatei an den Off-Core-Server weiterzuleiten. Der Off-Core-Inventarserver verarbeitet nur Scans Windows-basierter Geräte. Scans der folgenden Geräte werden weiterhin vom Core Server verarbeitet:
  • Macintosh
  • Linux
  • Unix
  • Geräte hinter einem Management Gateway
  • Geräte, die Versionen vor Version 8.7 des Inventarscanners ausführen
Für den Off-Core-Inventarserver gelten die folgenden Systemanforderungen:
  • Microsoft Windows 2000 Server SP4, Microsoft Windows 2000 Advanced Server SP4, Microsoft Windows 2003 Standard Server, Microsoft Windows 2003 Enterprise Server, Windows XP Professional SP1
  • .NET Framework 1.1
  • ASP.NET 1.1
  • MDAC, ab Version 2.8
  • Administratorrechte
  • Die Installation auf einem Core Server oder Rollup-Core Server wird nicht unterstützt
Erkennung nicht verwalteter Geräte

Die Funktion "Erkennung nicht verwalteter Geräte" (UDD, Unmanaged Device Discovery) ist eine Neuerung der Management Suite 8. UDD findet Clients in Ihrem Netzwerk, die keinen Inventarscan an die Management Suite Core-Datenbank gesendet haben. UDD verwendet bei der Suche nach nicht verwalteten Geräten mehrere Methoden.
  • Standard LANDesk Agent: Auf Computern wird nach dem LANDesk CBA-Agent gesucht. Mit dieser Option werden Computer gefunden, die über Management Suite, LANDesk Client Manager, LANDesk System Manager und so weiter verfügen.
  • Netzwerkscan: Sucht mithilfe einer ICMP-Ping-Suche nach Computern. Diese Suche ist am gründlichsten, verursacht jedoch auch den größten Zeitaufwand. Sie können die Suche auf bestimmte IP- und Subnetzbereiche beschränken. Standardmäßig verwendet diese Option NetBIOS, um Informationen über das Gerät zu sammeln.
  • IP-Fingerabdruck: UDD versucht, den Betriebssystemtyp über TCP-Paket-Antworten zu ermitteln. Der IP-Fingerabdruck verlangsamt den Erkennungsvorgang etwas.
  • SNMP: UDD verwendet SNMP zum Erkennen von Geräten.
  • NT-Domäne: Sucht in einer von Ihnen angegebenen Domäne nach Geräten. Die Mitglieder werden unabhängig davon, ob der Computer an- oder ausgeschaltet ist, gefunden.
  • LDAP: Sucht in einem von Ihnen angegebenen Verzeichnis nach Geräten. Die Mitglieder werden unabhängig davon, ob der Computer an- oder ausgeschaltet ist, gefunden.
UDD unterstützt außerdem die folgenden zusätzlichen Erkennungsmethoden.
  • IPMI: Sucht nach Servern mit aktiviertem Intelligent Platform Management Interface. Damit können Sie auf zahlreiche Funktionen zugreifen, unabhängig davon, ob der Server eingeschaltet ist oder in welchem Zustand sich das Betriebssystem befindet.
  • Servergehäuse: Sucht nach Blade-Server Chassis Management Modules (CMMs). Die Blades in den Servern werden als normale Server erkannt.
  • Intel* AMT: Sucht nach Intel Active Management Technology-kompatiblen Geräten. AMT-Geräte werden im Ordner Intel AMT angezeigt.
UDD unterstützt darüber hinaus die erweiterte Geräteerkennung (XDD), die mit einem Geräteagenten arbeitet, der das Netzwerk auf neue ARP-Broadcasts abhört. Anschließend überprüft der Agent der erweiterten Geräteerkennung dann ARP-erkannte Geräte auf das Vorhandensein des LANDesk-Agenten. Wenn der LANDesk-Agent nicht reagiert, zeigt die erweiterte Geräteerkennung das Gerät in einer Liste an. Die erweiterte Geräteerkennung leistet optimale Dienste in Situationen, in denen Firewalls Geräte daran hindern, auf die normalen Pingbasierten UDD-Erkennungsmethoden zu antworten.
Um die Suche nach nicht verwalteten Geräten zu automatisieren, können Sie regelmäßige Erkennungsvorgänge planen. Sie können beispielsweise Ihr Netzwerk in Drittel unterteilen und zeitplangesteuert für jedes Drittel eine Ping-Suche pro Nacht durchführen. Bei einer zeitplangesteuerten Erkennung übernimmt der Core Server die Suche. Nicht nach Zeitplan organisierte Erkennungen werden von der Konsole ausgeführt.
LANDesk Agent-Wächter
Mit dem LANDesk-Agent-Wächter können Sie den Status ausgewählter LANDesk-Agentendienste und -Dateien proaktiv überwachen, damit Sie sich jederzeit von der Integrität dieser Dienste und Dateien überzeugen und sicherstellen können, dass wichtige LANDesk-Dienste auf verwalteten Geräten wie vorgesehen ausgeführt werden. Der eigentliche Agent-Wächter und die Agent-Wächter-Einstellungen können mithilfe einer Konfiguration für Geräteagenten bereitgestellt werden. Sie können den Agent-Wächter außerdem jederzeit aktualisieren, ohne eine vollständige Agentenkonfiguration durchführen zu müssen.
Der Agent-Wächter überwacht nicht nur kritische LANDesk-Dienste und -Dateien, sondern übernimmt auch folgende Aufgaben für Sie: Reaktivieren beendeter Dienste, Zurücksetzen von Diensten auf automatisches Startup, Wiederherstellen von zu löschenden Dateien beim Neustart und Rückmeldung an den Core Server bei begründetem Verdacht auf Dateimanipulation.
Mithilfe der Agent-Wächter-Einstellungen legen Sie außerdem fest, wie oft der Status von Agentendiensten und -Dateien überprüft werden soll, ob der Agent-Wächter resident in den Speicher des Geräts geladen wird und ob die eigentliche zugewiesene Agent-Wächter-Einstellung ebenfalls auf Änderungen überprüft werden soll.
Softwarelizenzmonitoring

Die Softwarelizenzüberwachung stellt Ihnen die Tools zur Verfügung, die Sie zur Implementierung vollständiger und wirksamer Richtlinien für die Softwareinventarverwaltung und Lizenzeinhaltung benötigen.
Für IT-Administratoren ist es oft nicht einfach, den Einsatz von Produktlizenzen zu überwachen, die auf zahlreichen Geräten innerhalb eines Netzwerks installiert sind. Sie laufen nicht nur Gefahr, Produktlizenzen zu häufig bereitzustellen, sondern auch, zu viele Lizenzen für Produkte zu kaufen, die sich als unnötig erweisen. Sie können diese Probleme vermeiden, indem Sie mithilfe der Strukturansicht Compliance den Einsatz von Produktlizenzen und die Verwendung von Produkten innerhalb Ihrer Organisation überwachen und die betreffenden Daten in Berichten zusammenstellen.
Die Strukturansicht "Compliance" umfasst folgende Funktionen:
  • Passive, minimale Bandbreite erfordernde Überwachung: Der Agent für die Softwarelizenzüberwachung überwacht passiv die Produktverwendung auf Geräten und belegt hierbei minimale Netzwerkbandbreite. Der Agent überwacht auch die Verwendung von Produkten auf mobilen Geräten, die nicht mit dem Netzwerk verbunden sind.
  • Berichte: Die Leistungsfähigkeit dieser Überwachungsfunktion beruht auf ihren Datenerfassungsmöglichkeiten. Verwenden Sie die Daten, um die Erfüllung von Lizenzbestimmungen insgesamt zu überwachen und Trends hinsichtlich der Produktverwendung zu verfolgen.
  • Herabstufen von Produktlizenzen: Für bestimmte Produkte können Sie eine Lizenzherabstufung (Downgrade) einrichten, sodass ältere Versionen eines Produkts eine Lizenz von neueren Versionen eines Produkts übernehmen können. Auf diese Weise entspricht die Lizenz Ihrer Geräte jederzeit den Bedingungen für die Lizenzerfüllung.
Die Softwarelizenzüberwachung enthält folgende Funktionen:
  • Funktion zum Scannen bekannter und unbekannter Anwendungen und ein Dispositionstool zur Definition und Verwaltung zuvor unbekannter Anwendungen.
  • Verweigerung des Anwendungsstarts, um die Ausführung nicht autorisierter Softwareprodukte zu verhindern - sogar auf Geräten, die nicht mit dem Netzwerk verbunden sind.
  • Vollständige Integration in die LANDesk-Inventarverwaltung für aktuelle, vollständige Informationen zu den installierten Anwendungen.
  • Umfassende Berichte zur Anwendungsnutzung und Lizenzerfüllung.
  • Umfassende Lizenzüberwachung und Berichterstellung, einschließlich Informationen darüber, wie oft jede lizenzierte Anwendung aufgerufen wurde, Datum der letzten Verwendung und Gesamtdauer der Anwendungsnutzung.
  • Einfache Konfiguration der Lizenzparameter, einschließlich gekaufter Anzahl, Lizenztyp, Menge und Seriennummer.
  • Informationen zum Lizenzkauf, einschließlich Preis, Kaufdatum, Auftragsnummer und Händlerdaten.
  • Installationsverfolgung und -abstimmung, einschließlich Lizenzinhaber und physikalischer Standort des Geräts, auf dem die Lizenz installiert ist, sowie weitere Informationen.
  • Alias-Namen zur Verfolgung von Software, wenn sich Anbieterdaten oder Dateinamen ändern.
Reporting

Das Bericht-Tool nutzt die Vorteile des leistungsstarken Inventarscanners, mit dem Hardware und Softwaredaten erfasst werden, um nützliche, aussagekräftige und aktuelle Berichte zu erstellen. Sie können die vordefinierten Dienst- und Inventarstandardberichte verwenden oder eigene Berichte erstellen. Die vordefinierten Berichte werden standardmäßig mit der Anwendung zur Verfügung gestellt.
Mithilfe der benutzerdefinierten Berichte können Sie eine spezifische Informationssammlung definieren und als Basis für einen Bericht verwenden. Die vordefinierten oder benutzerdefinierten Parameter werden ausgeführt und es wird ein Bericht erstellt, der die relevanten Daten enthält. Der Bericht kann von der Konsole aus angezeigt werden. Darüber hinaus können Sie Berichte planen, die veröffentlicht und auf einem Datenträger oder in einer geschützten Dateifreigabe in Ihrem Netzwerk gespeichert werden. Dort können sie von jedem Benutzer, der über die entsprechenden Anmeldeinformationen verfügt, geöffnet und angezeigt werden. Mithilfe eines von Ihnen erstellten Zeitplans können die veröffentlichten Berichte per E-Mail an Empfänger gesendet werden, die über die erforderlichen Rechte und Bereiche verfügen.